"Ausbildungspflicht signalisiert Jugendlichen, dass sie gebraucht werden"

gf. ÖAAB-Bundesobmann und ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger zur Ausbildungspflicht    

 


"Lernschwache Schülerinnen und Schüler hat es schon immer gegeben. Früher gab es jedoch mehr Möglichkeiten für Hilfsarbeitertätigkeiten, bei denen diese Menschen dann einen Arbeitsplatz gefunden haben. Das finden wir heute nicht mehr vor. Wichtig ist es daher, Jugendlichen, die ihre Ausbildung abbrechen, zur Seite zu stehen. Und das machen wir mit diesem Gesetz. Das Ausbildungspflichtgesetz ist eine wichtige sozialpolitische Maßnahme für die Jugend in unserem Land", bekräftigt August Wöginger.        


Österreich liegt mit elf Prozent Jugendarbeitslosigkeit im internationalen Vergleich (19 Prozent) gut. In Spanien und Griechenland beträgt die Jugendarbeitslosigkeit etwa 50 Prozent, und dort gebe es auch gesellschaftspolitische Probleme, "weil die Jugendlichen das Gefühl vermittelt bekommen, nicht gebraucht zu werden", so Wöginger.


"In Österreich geben wir jungen Menschen hingegen - entweder über einen Schulplatz, einen Lehrplatz oder eine sonstige Ausbildung - das Gefühl, gebraucht bzw. an den Arbeitsmarkt herangeführt zu werden", zeigte Wöginger kein Verständnis für die Kritik der Opposition: "Wir haben in den letzten Tagen gute Verhandlungen geführt und sind soweit gegangen, wie wir es mit gutem Wissen und Gewissen auch konnten."


"Wenn jugendliche Asylwerber aus Kriegsgebieten zu uns kommen, müssen sie aber zuerst die Sprache lernen. Ohne diese gibt es keine Integration. Dazu bekennen wir uns. Denn sonst gibt es keine Möglichkeit für eine schulische Ausbildung oder einen Lehrplatz. Wenn die jugendlichen Asylwerber bleiben können, sollen allerdings die Verfahren beschleunigt werden", so der Sozialsprecher weiter: "Das ist menschlich und notwendig. Was wir aber nicht wollen, ist ein genereller Zugang von jugendlichen Asylwerbern in die Ausbildungspflicht. Das wäre ein falsches Signal, weil wir dies auch nicht erfüllen können. Wir würden damit eine falsche Erwartungshaltung an jugendliche Asylwerber senden."

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