Wesentliche Anreize für längeres Arbeiten und Verbesserungen für Frauen

ÖAAB-Bundesobmann und ÖVP-Sozialsprecher August Wöginger: "Pensionspaket enthält wichtige Maßnahmen in Richtung Nachhaltigkeit"   

 


„Mit dem im Ministerrat am 15. November beschlossenen Pensionspaket werden wichtige Schritte in Richtung Nachhaltigkeit gesetzt, zeigte sich ÖAAB-Bundesobmann August Wöginger zufrieden. Mit dem vorliegenden Entwurf soll der pensionsrechtliche Teil der von der Bundesregierung am 1. März 2016 in Aussicht genommenen Maßnahmen umgesetzt werden.    


"Ziel war und ist es, das Pensionssystem nachhaltig weiterzuentwickeln", hob Wöginger einige der darin enthaltenen Maßnahmen positiv hervor wie beispielsweise die Anreize für längeres Arbeiten über das Regelpensionsalter hinaus, eine effektivere Gestaltung des Grundsatzes "Rehabilitation vor Pension", die Vermeidung von Invalidität, die Bekämpfung der Altersarmut sowie die Verbesserung der pensionsrechtlichen Absicherung der Frauen und die gerechtere Verteilung der Lasten der Kindererziehung.


Wöginger hob zudem hervor, dass sich Leistung lohne: Für Mindestpensionisten, die 30 Jahre oder länger gearbeitet haben, erhöht sich die Ausgleichszulage auf 1.000 Euro pro Monat (bisher rund 883 Euro). "Und wer nach dem gesetzlichen Antrittsalter bis zu drei Jahre über das reguläre Antrittsalter hinaus arbeitet - also bei Frauen bis 63 und bei Männern bis 68 -, für den verringert sich - ebenso wie für seinen Arbeitgeber - die Beitragslast bis zur Hälfte. Dennoch wird der fiktive volle Beitrag auf dem Pensionskonto gutgeschrieben." Ein "Aufschubbonus" von 4,2 Prozent mache die Pension ebenfalls deutlich höher. Wöginger verwies in diesem Zusammenhang auf das Beispiel einer Frau, die damit nach drei Jahren Aufschub statt 1.600 auf beinahe 1.900 Euro Pension monatlich oder über 4.000 Euro mehr pro Jahr komme.


Vor allem Frauen komme auch die Erweiterung der Möglichkeit des freiwilligen Pensionssplittings zugute. Diese Möglichkeit soll von derzeit bis zu vier Jahren (bei Mehrlingsgeburten fünf) auf bis zu sieben Jahren pro Kind mit einer Gesamtobergrenze von maximal 14 Jahren erweitert werden. Der Antrag soll statt bis zum siebenten Geburtstag des Kindes bis zur Vollendung des zehnten Lebensjahres des jüngsten Kindes gestellt werden können. Diese Ausdehnung ist vor allem deshalb interessant, da die ersten vier Jahre der Kinderbetreuung ohnehin gut bewertet werden. "Wir haben hier auch das Prinzip der Wahlfreiheit berücksichtigt."


Verbesserungen gibt es auch bei der Anrechnung von Kindererziehungszeiten auf dem Pensionskonto: Künftig sollen auch bis zu acht Jahre Ersatz-Versicherungszeiten, die vor dem Jahr 2005 erworben wurden, für die Erfüllung der Mindestversicherungszeit von 15 Jahren für die reguläre Alterspension herangezogen werden. "Das ist eine wichtige familienpolitische Maßnahme und verschafft vielen Frauen erstmals einen eigenen Pensionsanspruch."


Ferner sollen vorübergehend arbeitsunfähige Menschen bestmöglich wieder in den Arbeitsmarkt integriert werden, hob der ÖAAB-Bundesobmann die früheren und ausgeweiteten Rehabmöglichkeiten bei drohender Arbeitsunfähigkeit hervor. Die Verkleinerung der Pensionskommission mit Experten als Mitglieder und Einbeziehung des öffentlichen Dienstes soll für ein sachgerechtes und effektives Monitoring der Entwicklung der Pensionssysteme sorgen.


"Insgesamt ist das Paket ein wichtiger Schritt zur langfristigen Pensionssicherung und auch zu wesentlichen Verbesserungen für Frauen", so Wöginger abschließend.

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