„Kommunizieren zu dürfen – das ist ein legitimer Anspruch jedes Menschen. Es ist bedenklich, wenn Menschen ihrer Kommunikationsmittel beraubt werden“, findet ÖAAB-Generalsekretär Lukas Mandl.
Heute nützen fünf Mal so viele Österreicherinnen und Österreicher Facebook wie vor einem Jahr. Damals hatte diese „Social Network“ 400.000 Userinnen und User, nun sind es 2 Millionen. Tendenz: steigend!
Facebook rangiert in Österreich mit Youtube und Xing unter den drei bekanntesten Internet-Angeboten seiner Art. 70 Prozent der über 14jährigen Bürgerinnen und Bürger nützen zumindest ein derartiges Angebot. Bei den unter 14jährigen sind es quasi alle. 50 Prozent der Userinnen und User schauen in diesen Netzwerken zumindest ein Mal am Tag nach, was es Neues gibt.
Bei dieser Entwicklung versteht es sich von selbst, dass Facebook & Co. auch in der Arbeitswelt immer mehr an Bedeutung gewinnen. Mit ÖAAB-Generalsekretär LAbg. Mag. Lukas Mandl hat nun erstmals ein Politiker das Thema aufgegriffen und klar Stellung bezogen:
„Ich bin gegen ein Facebook-Verbot am Arbeitsplatz. Ich bin für Freiheit – auch im Kommunikationsverhalten. Und ich bin dafür, dass Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Vertrauen entgegengebracht wird, dass sie diese Freiheit nicht missbrauchen und dem Unternehmen keinen Schaden verursachen“, so Mandl.
Und tatsächlich: Mancherorts bestehen nicht nur Facebook-Verbote, sondern die Nutzung von Social Networks wird durch technische Sperren sogar verunmöglicht. Nach geltender Rechtslage darf eine Arbeitnehmerin oder ein Arbeitnehmer in einem Notfall aber auch trotz Verbots Kommunikationsmittel nützen – dazu zählen auch Social Networks.
„Kommunizieren zu dürfen – das ist ein legitimer Anspruch jedes Menschen. Es ist bedenklich, wenn Menschen ihrer Kommunikationsmittel beraubt werden. Was wäre der nächste Schritt, würden wir uns nicht gegen die problematischen Facebook-Verbote wenden? Vielleicht würden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern dann bald ihre Handys bei der Eingangstür des Unternehmens abgenommen“, zeigt Mandl auf.
Unternehmen hätten die Möglichkeiten des Web 2.0 längst für sich entdeckt, „weil Kommunikation hier schnell, simpel und kostengünstig“ möglich sei. „Warum sollte man dann Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese Kommunikationsmöglichkeiten vorenthalten? Und: Wie motiviert kann jemand sein, der von wichtigen Kommunikationsmitteln abgeschnitten ist, der gleichsam isoliert wird?“ fragt der ÖAAB Generalsekretär und appelliert an die Unternehmen, auch an die Motivation ihrer Mitarbeiter zu denken.
Diese stehe nämlich in engstem Zusammenhang mit dem Maß an Freiheit und Vertrauen, das den Menschen im Unternehmen entgegengebracht werde. „Die Diskussion um Social Networks am Arbeitsplatz ist ein gutes und wichtiges Beispiel dafür, dass in der Arbeitswelt der Zukunft Verbote und Kontrollen zurückgeschraubt und im Gegenzug Freiheit und Vertrauen gestärkt werden müssen“, so Mandl.






