Aufklappen Michael Spindelegger
ÖAAB

Bildungsrepublik Österreich gestartet!

Die Situation an den Kindergärten und Schulen verlangt dringend tiefgreifende Reformen. Der Österreichische Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmerbund ÖAAB ist ein Anwalt der Kinder und Jugendlichen, für die das Bildungssystem da sein muss. Denn die Kinder von heute sind die arbeitenden Menschen von morgen. Diese werden unsere Gesellschaft tragen und in die Zukunft führen.


Bildungskonzept. Der ÖAAB hat daher unter der Führung von Bundesobmann BM Dr. Michael Spindelegger auf der Basis internationaler Studien und Vergleiche, unter Einbeziehung von Vertreterinnen und Vertretern der Schüler-, der Lehrer- und der Elternseite sowie zahlreicher Expertinnen und Experten ein umfassendes Bildungskonzept für Österreich erarbeitet. Jetzt geht es an die Umsetzung:

 

Der ÖAAB-Bundesvorstand hat das 163 Seiten starke Bildungskonzept unter dem Titel „Bildungsrepublik Österreich“ Mitte Mai einstimmig beschlossen. Michael Spindelegger präsentierte das Papier im Rahmen einer Pressekonferenz – unter den anwesenden Mitgliedern des Bundesvorstands waren auch Staatssekretärin Christine Marek, Staatssekretär Reinhold Lopatka und Generalsekretär Lukas Mandl.

 

„Wir starten heute eine Wende in der Bildungspolitik der ÖVP", erklärte Michael Spindelegger. Schlüssel für ein zukunftsfähiges Bildungssystem liegen bei Sprachkompetenz, Durchlässigkeit und Nachmittagsangeboten: Der ÖAAB will frühzeitig verpflichtenden Sprachunterricht für Kinder, die ihn brauchen; alle Optionen für Teenager bis mindestens 14 sowie pädagogisch wertvolle Nachmittagsangebote.

 

ÖVP-Bundesparteiobmann BM Josef Pröll betonte, dass das ÖAAB-Papier als Grundlage für die bildungspolitische Positionierung der gesamten ÖVP diene. ÖVP-Generalsekretär Fritz Kaltenegger erklärte, das ÖAAB-Bildungskonzept sei „eine wichtige Grundlage, die uns rasch nach vorne gebracht hat und der größte Schritt in der ÖVP-Bildungspolitik seit Jahrzehnten.“

 

Sprachförderung. „Der ÖAAB setzt sich für sprachliche Frühförderung ein, bis das Kind in der Lage ist, in der Regelschule dem Unterricht zu folgen“, so Spindelegger. Es gelte, bereits im Kindergarten Defizite zu erkennen und für eine gezielte und intensive Sprachförderung zu sorgen. Die Sprachproblematik sei in Städten am größten, wie Staatssekretärin Christine Marek als Chefin der ÖVP Wien bestätigt.

 

„Keine Bildungsentscheidung soll mehr vor dem 14. Lebensjahr getroffen werden müssen. Man kann im zehnten Lebensjahr noch nicht vorhersehen, in welche Richtung sich ein junger Mensch entwickelt. Daher muss den jungen Menschen jeder Weg offen bleiben“, so Michael Spindelegger. Das Bildungskonzept sieht vor, jungen Menschen bis 14 jährlich Chancen zum Einstieg, Umstieg oder Aufstieg zu eröffnen:

 

Durchlässigkeit. Durch jährliche Audits solle überprüft werden, welche weitere Bildungslaufplan aufgrund der Fähigkeiten und Talente eines jungen Menschen die richtige ist. Außerdem soll ein „Talente-Check“ jeweils im zwölften und im 14. Lebensjahr die Entwicklung des jungen Menschen fokussieren, um künftige Entscheidungen von der Schulwahl bis zur Berufsentscheidung zu vereinfachen.

 

„Wir brauchen auch einen differenzierten, individuell gestalteten Unterricht. Das zeigen uns auch die Erfahrungen mit den Schulsystemen in Nordeuropa“, so Spindelegger. Erste Ansätze dazu gebe es bereits in den Schulversuchen, die unter dem Titel der „Neuen Mittelschule“ laufen. „Unser Vorschlag geht jedoch viel weiter“, betonte Spindelegger im Hinblick auf ein österreichweites zukunftsfähiges System.

 

Nachmittagsangebote. „Wir wollen einen massiven Ausbau der Nachmittagsangebote auf freiwilliger Basis. Dort, wo die Nachfrage besteht, muss es ein Angebot geben. Wir müssen Eltern das sichere Gefühl geben, dass ihre Kinder auch am Nachmittag ein pädagogisch wertvolles Bildungsangebot haben“, betonte Spindelegger. Auch Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen seien wichtig.

 

Zitatkasten: „Wir brauchen eine Bildungsrepublik Österreich, denn Bildung ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Zukunft.“ ÖAAB-Bundesobmann Michael Spindelegger

 

Außerdem müsse die Rolle der Lehrerinnen und Lehrer neu definiert werden. Diese sollten sich auf das Unterrichten konzentrieren können. So solle etwa verstärkt nicht-pädagogisches Personal zur Unterstützung eingesetzt werden. „Beispielsweise Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter sollen sich um andere wichtige Tätigkeiten kümmern, wie etwa um Probleme im Klassenverband“, so Spindelegger.

 

Zur Ausbildung der Lehrerinnen und Lehrer sieht das ÖAAB-Bildungskonzept verbindliche Aufnahmekriterien für alle Lehramtsstudien und eine Modulausbildung vor. „Wir wollen, dass nur die Besten unterrichten und so dem Lehrberuf einen anderen Stellenwert geben“, so Spindelegger, der auch verlangt: „Wir brauchen Mut zur Elite!“ Begabtenklassen und Begabtenschulen gehörten ausgebaut.

 

Zehn Thesen. „Zehn Thesen für die Bildung“ sind das Gerüst des ÖAAB-Bildungskonzepts. Darin finden sich auch Vorschläge für mehr vorschulische Bildung, die Stärkung von Autonomie und Selbstständigkeit der Schulen, eine Schulbau- und Sanierungsoffensive sowie für Bildungsbudgeting bei allen staatlichen Ausgaben. Der ÖAAB will mit Tempo und Tiefgang in die Umsetzung kommen:

 

„In den vergangenen Jahren wurde viel diskutiert, häufig aber durch die ideologische Brille. Wir laden alle Beteiligten ein, mit uns eine große Bildungsreform zu starten. Geben wir den Startschuss für die Bildungsrepublik Österreich“, so Spindelegger. Der ÖAAB-Bundesobmann betonte bei der Präsentation des Bildungskonzepts, dass er auch vom Koalitionspartner „Schritte der Bewegung“ erwarte.

 

Arbeitstempo. Tatsächlich kamen weder die SPÖ-Unterrichtsministerin noch der SPÖ-Bildungssprecher umhin, für das Bildungskonzept konstruktive Worte zu finden. Die Unterrichtsministerin „freute“ sich immerhin, der rote Bildungssprecher sprach sogar von „positiven Ansätzen“. Dass „diese Schwalben zwar noch keinen Sommer machen“, aber „ein guter Anfang sein könnten“, findet der ÖAAB-Generalsekretär:

 

Mit dem ÖAAB habe die ÖVP Schmied nun in der Schulpolitik „überrundet“. „Unser Konzept weist weit in die Zukunft, während die SPÖ zum Teil noch rückwärtsgewandt ist und zum anderen Teil über kleine zusammenhanglose Einzelmaßnahmen nicht hinaus kommt", findet der ÖAAB-Generalsekretär, der „durchaus auch die positiven Signale aus der SPÖ vernimmt“:

 

„Wir wollen allen Teenagern bis mindestens 14 alle Chancen geben. Teile der SPÖ wollen dagegen noch immer eine ideologische Retro-Schulpolitik“, so Mandl. Einzelne Aussagen aus der SPÖ deuteten aber darauf hin, dass „manchen sehr wohl dämmert, dass sie gut beraten wären, mit uns in Richtung Zukunft zu gehen. Unser Bildungskonzept ist innovativ, modern und zukunftsfähig“, so Mandl.

 

Der ÖAAB-Generalsekretär startet zu Schulanfang seine Bildungsdialog-Tour, um den Angehörigen der Schulpartnerschaft und der breiten Öffentlichkeit das Bildungskonzept zu präsentieren und darüber zu diskutieren (siehe Seite 9). „Wir treiben die Bildungsreform für Österreich mit hohem Tempo, viel Tiefgang und einem starken Modernisierungswillen voran“, so Lukas Mandl.



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