Deutschförderung in der Schule

  

Mangelnde Kenntnisse in der Unterrichtssprache Deutsch stellen bei der Integration und im Zuge der weiteren Bildungs- und Berufslaufbahn ein Hindernis dar. Um diese seit vielen Jahren bestehende Problematik zu beheben, hat die Bundesregierung unter dem Begriff „Deutsch vor Regelunterricht“ mehrere Maßnahmen vereinbart.


Die Maßnahmen zielen darauf ab die Sprachkompetenz nachhaltig zu steigern und damit die Erfolgschancen in der weiteren Bildungs- und Berufslaufbahn zu erhöhen. Dem folgend wird die Arbeit mit Schülerinnen und Schülern, die über Förderbedarf in der Unterrichtssprache Deutsch verfügen, in Zukunft auf Basis einer einheitlichen und verbindlichen Systematik erfolgen. Für jene, die als außerordentliche Schüler aufgenommen werden, ist der verpflichtende Besuch einer Deutschförderklasse vorgesehen. Jene, die eine Deutschförderklasse erfolgreich absolviert haben, müssen einen weiterführenden Deutschförderkurs besuchen.


DEUTSCHFÖRDERKLASSEN

Außerordentliche Schüler werden einer Deutschförderklasse zugewiesen. Für die Eröffnung einer solchen braucht es mindestens 6 Schülerinnen und Schüler am Schulstandort.

  • Für die neuen Deutschförderklassen werden Lehrpläne verordnet, jeweils für die Grundschule (1. bis 4. Schulstufe) und für die Sekundarstufe I.
  • Ausmaß der Deutschförderung:
    • Grundschule: 15 Wochenstunden intensives Sprachtraining im Rahmen der jeweiligen Gesamtwochenstundenanzahl.
    • Sekundarstufe I: 20 Wochenstunden intensives Sprachtraining im Rahmen der jeweiligen Gesamtwochenstundenanzahl.
  • Neben dem Besuch einer Deutschförderklasse sollen außerordentliche Schüler auch als Teil der Regelklassen geführt werden und an bestimmten Fächern und Aktivitäten des Regelunterrichts (z.B. Turnen, Werkunterricht, Klassen- und Schulausflüge uvm.) teilnehmen.
  • Die neuen Deutschförderklassen bzw. deren Lehrpläne (1. bis 4. und 5. bis 8. Schulstufe) finden mindestens ein Semester lang statt und können maximal vier Semester besucht werden.
  • Der Besuch der Deutschförderklasse ist so lange verbindlich bis der Übertritt des Schülers aufgrund der standardisierten Testergebnisse in die Regelklasse nachweislich möglich ist.

DEUTSCHFÖRDERKURSE

  • Jene Schülerinnen und Schüler, die einen nachweislichen Sprachfortschritt vorweisen, aber weiteren Förderbedarf haben, sollen in eigenen Kursen an den Schulstandorten gefördert werden.

WICHTIGE NEUERUNGEN BEI DER SCHULREIFE-FESTSTELLUNG

Um die Sprachkompetenz frühzeitig und nachhaltig zu fördern, werden zusätzlich zur Einrichtung der Deutschförderklassen und -kurse die Kriterien für die Feststellung der Schulreife präzisiert.

  • Beherrschen der Unterrichtssprache Deutsch als Kriterium der Schulreife wird rechtlich verankert, jene Schülerinnen und Schüler, die am Beginn der Schulpflicht über erhebliche Sprachdefizite verfügen, müssen ebenso die neu geschaffenen Deutschförderklassen besuchen.

NEUE PÄDAGOGISCHE QUALITÄT BEI DER FESTSTELLUNG DES SPRACHSTANDES

  • Um den Sprachförderbedarf treffsicherer als bislang festzustellen werden einheitliche Testverfahren eingeführt. Damit wird sichergestellt, dass alle Schülerinnen und Schüler eine Deutschförderklasse, zwischen einem und maximal vier Semestern besuchen bis sie dem Regelunterricht folgen können.
  • Der Sprachstand wird regelmäßig durch eine pädagogische Testung erhoben bzw. der Sprachfortschritt (durch Besuch der Deutschförderklasse) festgestellt.

Die legistische Umsetzung des Vorhabens soll bis zum Sommer 2018 erfolgen und stufenweise ab dem Schuljahr 2018/19 vorgenommen werden.


Link zum Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Forschung 

 

Download: 20180124_infodeutschfrderklassen.pdf (300.19 KB)


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