Die besten Tipps und Tricks für den Steuerausgleich 2017

 Im Frühling ist es Zeit, dass sich Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer Geld von der Steuer zurückholen. Auch wenn es die automatische Arbeitnehmerveranlagung gibt, ist es besser, selbst einen Antrag zu stellen. Geld zurück gibt es, wenn man Einkommen in unterschiedlicher Höhe gehabt hat, oder für Ausgaben im Zusammenhang mit dem Beruf. Auch wer keine Lohnsteuer gezahlt hat, kann eine Gutschrift erhalten. 


Besonders lohnend ist die Steuererklärung für Pendlerinnen und Pendler, für Familien, für jene, die auf eigene Kosten Weiterbildungen absolviert haben oder Personen mit hohen Sonderzahlungen. Dazu ist allerdings eine wesentliche Voraussetzung notwendig. Man muss eine "Erklärung zur Arbeitnehmerveranlagung" ausfüllen. Dafür benötigt man das Formulars L1. Für Absetzbeträge oder anderen Zusätze braucht man weitere Formulare. Am praktischsten ist es, seine Steuererklärung auf https://finanzonline.bmf.gv.at auszufüllen.


Spenden werden erstmals automatisch dem Fiskus gemeldet

Das Finanzamt berücksichtigt Ausgaben für Kirchenbeiträge, Spenden und Beiträge für freiwillige Weiterversicherung und Nachkauf von Versicherungszeiten automatisch in der Arbeitnehmerveranlagung. Das funktioniert allerdings nur, wenn die Organisation vom Zahlenden die notwendigen persönlichen Daten erhalten und die elektronische Meldung ans Finanzamt durchgeführt hat. Ob die Organisation die richtigen Beträge gemeldet hat, lässt sich über Finanz Online einfach feststellen. 


SONDERAUSGABEN

Sonderausgaben senken die Steuerbemessungsgrundlage. Dazu zählen Kirchenbeiträge, bestimmte Spenden, Steuerberatungskosten, sogenannte Topf-Sonderausgaben (wie Versicherungsprämien für freiwillige Personenversicherungen, sofern sie vor 2016 abgeschlossen wurden, Beiträge zu Pflegeversicherungen und Pensionskassen), freiwillige Weiterversicherung und der Nachkauf von Versicherungszeiten und Ausgaben für Leibrenten und andere dauernde Lasten. Selbst wer keine Sonderausgaben hat, dem wird automatisch eine Sonderausgabenpauschale von 60 Euro abgezogen. Dieses wird allerdings auch schon bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung berücksichtigt.


WERBUNGSKOSTEN

Als Werbungskosten gelten berufsbedingte Ausgaben wie für Arbeitskleidung, Arbeitsmittel und Werkzeuge, Arbeitszimmer, Aus- und Fortbildung, Umschulung, Computer, doppelte Haushaltsführung, Familienheimfahrten, Fachliteratur, Kosten für das Fahrrad, Fahrt-kosten, Fehlgelder, Gewerkschaftsbeiträge, Internet, Kosten für das Auto, Reisekosten, Sprachkurse, Studienreisen, Telefon und Handy.

Wer für Werbungs- und Ausbildungskosten Rechnungen gesammelt hat, kann so die Einkommensteuer reduzieren. Wer jedoch selbst keine Werbungskosten im Steuerausgleich geltend macht, dem wird automatisch ein Pauschalbetrag von 132 Euro jährlich abgezogen. Auch dieser Pauschalbetrag wurde bereits bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung berücksichtigt.


ABESETZBETRÄGE

Im Unterschied zu Freibeträgen reduzieren Absetzbeträge nicht die Steuerbemessungsgrundlage, sondern unmittelbar und in voller Höhe die zuvor berechnete Steuerlast selbst.


  • Alleinerzieher erhalten bis zu 494 Euro für das erste Kind

Der Staat erweist sich gegenüber Alleinerzieherinnen und Alleinerziehern verständnisvoll und gewährt, je nach Anzahl der Kinder, einen Alleinerzieherabsetzbetrag. Zahlen Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher wegen niedrigen Einkommens ohnehin keine Steuern, erhalten sie zwischen 494 Euro für ein Kind und 889 Euro für drei Kinder als Negativsteuer gutgeschrieben. Für jedes weitere Kind gibt es 220 Euro.

  • Alleinverdiener: Bis zu 494 Euro für das erste Kind

Auch Alleinverdiener erhalten einen Steuerabsetzbetrag. Voraussetzung dafür ist, dass für das Kind/die Kinder mindestens sieben Monate im Kalenderjahr Familienbeihilfe bezogen wurde(n). Weitere Voraussetzung: man muss etwa 2017 mehr als sechs Monate verheiratet gewesen sein oder in einer eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft gelebt haben. Wer allerdings von seinem steuerpflichtigen Partner dauerhaft getrennt lebt oder wenn dessen Jahreseinkünfte 6.000 Euro übersteigen, geht bei diesem Absetzbetrag leer aus.

  • Unterhaltsabsetzbetrag: Bis zu 58,40 Euro im Monat

Dieser kann von dem Elternteil geltend gemacht werden, der gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet und bei dem das/die Kind/Kinder nicht dem Haushalt zugehören. Dieser Absetzbetrag beträgt für das erste Kind 29,20 Euro monatlich, für das zweite 43,80 Euro und für jedes weitere Kind 58,40 Euro.

  • Verkehrsabsetzbetrag: Bis zu 690 Euro Steuern senken

Pendlern gegenüber erweist sich der Staat, je nach Einkommen, recht verständnisvoll. Der Verkehrsabsetzbetrag steht bei einem aufrechten Dienstverhältnis zu und beträgt 400 Euro pro Jahr. Wer weniger als 12.200 Euro steuerpflichtiges Einkommen im Jahr erzielt, bekommt beim Steuerausgleich einen erhöhten Verkehrsabsetzbetrag von 690 Euro angerechnet. Der Verkehrsabsetzbetrag entfällt auch dann nicht, wenn die kleine oder große Pendlerpauschale in Anspruch genommen wird. Bei Brutto-Jahreseinkommen zwischen 12.200 und 13.000 Euro schleift sich der erhöhte Verkehrsabsetzbetrag von 690 Euro gleichmäßig auf den „normalen“ Verkehrsabsetzbetrag von 400 Euro ein. Bei negativer Einkommensteuer werden Steuerpflichtigen, denen eine Pendlerpauschale zusteht, 2017 bis zu 500 Euro als Negativsteuer gutgeschrieben.

  • Pensionistenabsetzbetrag: Steuern um bis zu 764 Euro drücken

Der Pensionistenabsetzbetrag beträgt ebenfalls 400 Euro, vermindert sich einschleifend bei jährlichen Pensionseinkünften zwischen 17.000 Euro und 25.000 Euro auf null. Um einen erhöhten Absetzbetrag von 764 Euro geltend machen zu können, muss der Steuerpflichtige mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet oder eingetragener Partner sein. Wer dauerhaft getrennt lebt, fällt um diese Vergünstigung um. Ebenso dann, wenn der Partner Einkünfte erzielte, die höher als 2.200 Euro sind. 

  • Pendlereuro: Bis zu zwei Euro pro Kilometer

Besteht Anspruch auf eine Pendlerpauschale, dann steht auch ein Pendlereuro zu. Der Pendlereuro beträgt zwei Euro pro Kilometer der einfachen Wegstrecke für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsplatz. Ob man aus steuerlicher Sicht als Pendler eingestuft wird, lässt sich einfach mit dem Pendlerrechner herausfinden. Dieser ermittelt auch, ob die große oder die kleine Pendlerpauschale zusteht. 


AUSSERGEWÖHNLICHE BELASTUNGEN

Die meisten außergewöhnlichen Belastungen, zu denen auch Kosten für den Zahnarzt, Begräbnis, Kur, Krankheit, Adoptionen und künstliche Befruchtung zählen, können nur insoweit abgesetzt werden, als der jährliche Selbstbehalt überschritten wird. Für Menschen mit Behinderung entfällt der bei solchen außergewöhnlichen Belastungen, wie Krankheitskosten und Therapiekosten geltende Selbstbehalt, soweit die Ausgaben in Zusammenhang mit der Behinderung stehen. Die Höhe des Selbstbehalts hängt vom Einkommen ab.

  • Kinderbetreuungskosten: Bis zu 2.400 Euro absetzbar

Als außergewöhnliche Belastungen gelten auch Kinderbetreuungskosten. So sind z.B. die Kosten für Kindergärten, Tagesmütter, Au-Pairs oder auch die betreuende Oma, sofern diese eine Rechnung stellen und über eine entsprechende Ausbildung verfügen, steuerwirksam absetzbar. Allerdings haben sich die Anforderungen an die pädagogische Qualifikation der Betreuungspersonen geändert. Seit 2017 muss die Dauer der Ausbildung in einschlägigen Lehrgängen mindestens 35 Stunden, statt bisher 8 Stunden, betragen. Ein solcher Lehrgang für die Betreuungsperson ist jedoch nicht notwendig, wenn der Kinderbetreuer ohnehin bereits eine weitergehende pädagogische Ausbildung, wie Kindergartenpädagogen oder Horterzieher, vorweisen kann.


Mehr Informationen entnehmen Sie bitte dem Steuerhandbuch 2018 (https://www.bmf.gv.at/services/publikationen/Steuerbuch2018-de-Barrierefrei.pdf?69bcc5)

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