Gertraud Salzmann zu häuslicher Gewalt während der Corona-Pandemie

ÖAAB-Bundesfrauenvorsitzende Gertraud Salzmann begrüßt die Initiative von Bundesministerin Susanne Raab zu einem Gewaltschutzgipfel im Herbst mit der Zivilgesellschaft, und betont die Wichtigkeit der getroffenen Maßnahmen: „Das Ziel unserer Politik ist es, das Bewusstsein zu schärfen, dass jede Frau aber auch jeder Mann in Österreich ein Recht auf ein gewaltfreies Leben hat.“


Die Maßnahmen der Bundesregierung reichen von Prävention bis hin zu polizeilicher Intervention. Gewalt an Frauen ist eine traurige Realität: Im Jahr 2019 gab es 36.000 Anzeigen, das ist ein Anstieg von 2,5 Prozent und damit der höchste Wert seit zehn Jahren. Heuer gab es außerdem bereits 16 Frauenmorde. Jede fünfte Frau ist schon einmal von physischer oder sexueller Gewalt betroffen gewesen. Auch die Corona-Krise hat dieses Thema aktueller denn je gemacht: Experten haben davor gewarnt, dass häusliche Gewalt steigen wird, wenn man sich aufgrund der Corona-Pandemie nur in den eigenen vier Wänden aufhalten kann. Daher hat die Bundesregierung bereits zu Beginn des Lockdown im März Maßnahmen gesetzt, insbesondere Frauen zu schützen. Frauen konnten vermehrt in Frauenhäuser Schutz finden, durch eine 24-Stunden-Frauen-Hotline in verschiedenen Sprachen – die es bis heute gibt - , wurde barrierefrei und unkompliziert interveniert und auch mit dem Help-Chat konnte rasch geholfen werden. Auch die umfassende Informationskampagne „Sicher Zuhause“ half Betroffenen richtig mit dem Thema umzugehen. Damit zeigte die Bundesregierung klar und deutlich, dass die Quarantäne kein rechtsfreier Raum ist. Und das Wesentliche: „Durch diese Maßnahmen gab es keinen massiven Anstieg bei der häuslichen Gewalt“, betont Gertraud Salzmann. 


„Unser Ziel ist es, den Gewaltschutz zu stärken, und Frauen und Kinder vor Gewalt zu bewahren. Jeder Gewaltakt ist einer zu viel, dafür gibt es keinen Platz in unserer Gesellschaft“, erläutert Gertraud Salzmann weiter und ist über die gute Zusammenarbeit mit Frauenministerin Susanne Raab in diesem Bereich erfreut. In jedem Bundesland gibt es zudem Gewaltschutzzentren und 170 Stellen für Frauen und Mädchen zur Gewaltberatung. Insgesamt wurden 1,25 Millionen Euro in Gewaltschutzmaßnahmen investiert zuzüglich 4,7 Millionen aus dem Budget für Gewaltschutzzentren. 

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